Central and East European
Society for Phenomenology

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220509

Soziale Marktwirtschaft und Soziale Sicherheit

Bevölkerungssoziologie nach 1945

Patrick HenßlerJosef Schmid

pp. 219-269

Abstract

Nach Kriegsende waren Bevölkerungswissenschaft und noch mehr Bevölkerungspolitik in der Bedeutung, die sie im "Dritten Reich" innehatten und dort exekutiert wurden, unmöglich geworden. Doch das vorhin skizzierte "Schisma" im deutschen Bevölkerungsbegriff, das Auseinanderfallen des Gegenstandes in eine sozialgeschichtliche Einheit auf der einen Seite und in einen erbbiologischen Volkskörper, an dem Zivilisationsschäden laufend behoben werden müssen, auf der anderen Seite, kam bald nach Kriegsende zum Vorschein. Es hat sich dahingehend bestätigt, dass die vom Wissenschaftsverständnis her unvereinbaren Bereiche sich wieder auf ihre Herkunftsdisziplinen zurückgezogen haben: der erbbiologische Bereich musste seine diskreditierte rassenpolitische Intention ablegen und wanderte zurück in Humangenetik, Anthropologie, in Medizin und Gesundheitswesen, oft ohne den Ort zu wechseln.530 Der sozialgeschichtliche Flügel war jedoch kleiner und hatte zudem mit dem plötzlichen Tod Mackenroths 1955 seinen Protagonisten verloren. So hat es bis in die 1970er Jahre gedauert, bis sich eine soziologische Sicht in der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft wieder melden und durchsetzen konnte.

Publication details

Published in:

Henler Patrick, Henßler Patrick, Schmid Josef (2007) Bevölkerungswissenschaft im werden: die geistigen Grundlagen der Deutschen Bevölkerungssoziologie. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Pages: 219-269

DOI: 10.1007/978-3-531-90291-3_8

Full citation:

Henßler Patrick, Schmid Josef (2007) Soziale Marktwirtschaft und Soziale Sicherheit: Bevölkerungssoziologie nach 1945, In: Bevölkerungswissenschaft im werden, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 219–269.