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Entstelltes Ideal
pp. 46-60
Abstract
Wie keineswegs nur das Beispiel Kleist zeigt, werden existenzielle Erfahrungen mit Vorzug als ein Ausdem-Tritt-Geraten, als Verlust des Gleichgewichts bebildert, oder als ein In-sich-Zusammensacken der gespannten Existenz, auf den der »Absturz« ins »Bodenlose« folge. Als inständig umworbene Gegenentwürfe zum »Absturz« treten daher elegante Figuren der Balance, des vollendeten Einstands in den Blick, die ihr Ideal von schlanker »Schönheit (in) der Bewegung« im Jongleur, Fechter, Tänzer, Akrobaten, Schlittschuhläufer, im jauchzenden Trampolinspringer und Trapezkünstler, im »Artisten« und seinen flüchtigen Figuren finden.1
Publication details
Published in:
Brandstetter Gabriele, Doering Sabine, Blamberger Günter (2007) Kleist-Jahrbuch 2007. Stuttgart, Metzler.
Pages: 46-60
DOI: 10.1007/978-3-476-00319-5_6
Full citation:
Ruprecht Lucia (2007) „Entstelltes Ideal“, In: G. Brandstetter, S. Doering & G. Blamberger (Hrsg.), Kleist-Jahrbuch 2007, Stuttgart, Metzler, 46–60.