Central and East European
Society for Phenomenology

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218737

Wissenschaft und Philosophie

P. Edilbert Schülli

pp. 303-320

Abstract

Die philosophische Szenerie ist seit dem Tod von Jaspers und Heidegger ambivalent geworden: einerseits ist sie gekennzeichnet durch den Verlust dieser großen Gestalten, anhand derer man die Gegenwartsphilosophie darstellen konnte, andererseits ist sie in den Wissenschaftsbetrieb geraten, sodaß sie mit Hilfe der Wissenschaftsinstitutionen als Beruf betrieben wird, wodurch der Philosoph zum Fachwissenschaftler geworden ist, der nur in Austausch und Kommunikation mit den anderen Spezialisten, also in der Teamarbeit bestehen kann. Dadurch hat sich das Verhältnis des Philosophen zu Tradition und Schule wesentlich gewandelt. Anstelle ihrer Verbindlichkeit tritt aus der Fülle von Lehrmeinungen und Denkstilen die eigene Meinung, die, durch wissen-schaftliche Richtigkeit gekennzeichnet, sich immer mehr anderen angleicht und dadurch nivelliert wird.1 Angesichts dieser "Depersonalisierung" und Verwissenschaftlichung des Philosophierens bezeichnet Habermas den Tod von Jaspers als "folgenlos"2. Ob dieser Tod so folgenlos ist und ob Plessner recht behält, wenn er schreibt: "Daß Philosophie heute noch existiert, nachdem der Fortschritt der Wissenschaften im Laufe des 19. Jahrhunderts sie um das letzte Arbeitsgebiet gebracht hat, verdankt sie nicht zuletzt dem ihr aufgezwungenen Kampf gegen die eigene Überflüssigkeit",3 soll anhand der Jaspersschen Trennung und Verbindung von Wissenschaft und Philosophie in diesem Beitrag untersucht werden.

Publication details

Published in:

Cesana Andreas, Rubitschon Olga (1985) Philosophische Tradition im Dialog mit der Gegenwart: Festschrift für Hansjörg A. Salmony. Basel, Birkhäuser.

Pages: 303-320

DOI: 10.1007/978-3-0348-5423-8_19

Full citation:

Schülli P. Edilbert (1985) „Wissenschaft und Philosophie“, In: A. Cesana & O. Rubitschon (Hrsg.), Philosophische Tradition im Dialog mit der Gegenwart, Basel, Birkhäuser, 303–320.