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Korporatistische Interessenpolitik am Beispiel des Verhältnisses von Staat und Kirche in Polen und der DDR
pp. 309-334
Abstract
Im politischen Entscheidungsprozeß osteuropäischer Gesellschaften erhalten Ansätze der Integrationspolitik einen zunehmend stärkeren Einfluß. Ein Grund hierfür ist, daß unabhängige gesellschaftliche Organisationen und politische Netzwerke der Opposition einen Entwicklungsstand erreicht haben, für den herkömmliche Strategien der "mono-zentrischen" Interessenpolitik (Ossowski 1973: 66; Kolarska/Rychard 1982: 217 – 223) in mehreren Hinsichten unzureichend erscheinen: (1) Die Repräsentanten der staatlichen Institutionen in Ländern wie Polen, Ungarn, der Sowjetunion und der DDR sind mit innergesellschaftlichen Bedingungen konfrontiert, die auf die politische und kulturelle Legitimation der Machtverteilung zielen. (2) Die Grenzen der Funktionsfähigkeit des politischen Systems in diesen Ländern sind durch das Auftreten neuer korporatistischer Akteure außerhalb des staatlichen Aktionsfeldes bezeichnet. (3) In der Folge von veränderten Formen der Integrationspolitik sind die Regierungen darauf angewiesen, Strategien eines vorsorglichen Interessenausgleichs mit Verbänden wie Gewerkschaften und Kirchen und informellen Gruppen der gesellschaftlichen Opposition anzustreben.
Publication details
Published in:
Rytlewski Ralf (1989) Politik und Gesellschaft in sozialistischen Ländern: Ergebnisse und Probleme der Sozialistischen Länder-Forschung. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Pages: 309-334
DOI: 10.1007/978-3-663-11066-8_14
Full citation:
Fehr Helmut (1989) „Korporatistische Interessenpolitik am Beispiel des Verhältnisses von Staat und Kirche in Polen und der DDR“, In: R. Rytlewski (Hrsg.), Politik und Gesellschaft in sozialistischen Ländern, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 309–334.